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    23.06.2010

    Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere

    Alle zwei Wochen trifft sich in Kiel eine Gruppe, die ein "Medibüro" in Kiel aufbauen will, d.h. eine Anlaufstelle, die Menschen ohne Papiere berät und in ärztliche Behandlung vermittelt. Die Treffen sind offen, InteressentInnen sind herzlich eingelade

    Zum Hintergrund: Menschen “ohne Papiere” (d.h. ohne Aufenthaltserlaubnis) leben, arbeiten, wohnen und lernen mitten unter uns. Nach verschiedenen Schätzungen sind es 500.000 bis zu einer Million Menschen in Deutschland. Das restriktive deutsche Asyl- und Zuwanderungsrecht drängt viele MigrantInnen in die Illegalität. Es geht um Menschen, die kaum einklagbare Rechte besitzen und unter der permanenten Angst leben müssen, entdeckt und abgeschoben zu werden. Ohne Papiere zu leben heißt schutz- und rechtlos zu sein gegenüber Behörden, ArbeitgeberInnen oder VermieterInnen. Viele Problemlagen können sogenannte “Illegale” mit Hilfe privater Netzwerke bewältigen.


    Doch spätestens wenn jemand von ihnen krank oder schwanger wird, entstehen gravierende Probleme: aus Angst vor Entdeckung wagen viele nicht, sich in Behandlung zu begeben. In einigen großen Städten gibt es deshalb Anlaufstellen für Menschen ohne Papiere, die “Medibüros”. Sie beraten ehrenamtlich und organisieren wenn möglich eine Vermittlung in ärztliche Behandlung. Wir wollen eine solche Anlaufstelle in Kiel aufbauen.

    Das nächste Öffentliche Treffen des Medi-Büor findet statt
    am Mittwoch, den 23. 6. 2010, 17-19 Uhr
    in der ZBBS e.V., Sophienblatt 64a in Kiel

    Weitere Informationen: Johanna Boettcher, Mail, T. 0431/239 39 24.


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