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    26.01.2007

    29. JANUAR: KUNDGEBUNG VOR DEM KIELER INNENMINISTERIUM

    Am Montag, den 29. Januar um 11°° Uhr ruft die "Karawane für die Rechte von Migrantinnen und Migranten" auf zu einer Kundgebung vor dem schleswig-holsteinischen Innenministerium, Düsternbrooker Weg 92 in Kiel. Die Kundgebung steht in einer Reihe von Aktivitäten eines breiten Solidaritätsbündnisses, das die Freilassung und Asylanerkennung des Mitte des Monats in Hessen zur Abschiebung in die Türkei inhaftierten kurdischen Künstlers Engin Celik fordert. Parallel findet eine Kundgebung vor dem Abschiebegefängnis Offenbach statt, wo sich Herr Celik seit 12 Tagen im Hungerstreik befindet.

    Der FLÜCHTLINGSRAT SCHLESWIG-HOLSTEIN unterstützt die Forderung nach Freilassung und Bleiberecht für den aus politischer Verfolgung im Jahr 2003 nach Deutschland geflohenen politisch aktiven Kurden. Der Flüchtlingsrat appelliert gleichzeitig an die für Engin Celik zuständige Ausländerbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg, den Haftantrag gegen Engin Celik umgehend zurückzunehmen. Bei Rückkehr in die Türkei besteht für den politisch verfolgten Kurden akute Gefahr für Freiheit, Leib und Leben.

    Herr Celik wurde in Tunceli (Dersim) im türkischen Teil Kurdistans geboren. Er wurde 1993 durch den Krieg des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung mit seiner Familie nach Istanbul vertrieben. Schon als Jugendlicher begann er, sich oppositionell zu engagieren. Engin Celik arbeitete vor allem auf der Ebene der politischen Kultur. Verhaftungen und Folter erfuhr er mehrfach durch die türkischen Sicherheitskräfte.

    Im Jahr 2003, als die politische Polizei ihn einmal mehr ins Visier nahm, floh er aus dem Land und beantragte Asyl in Deutschland. Seitdem hat er sich auch im Exil politisch und kulturell betätigt. Er gründete eine Musikgruppe, spielte in einer Theatergruppe und schrieb Gedichte. Auf zahlreichen Veranstaltungen nutzte er die Bühne, um die systematischen Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung der Kurden und Kurdinnen in der Türkei öffentlich zu machen. Er widmete sich ebenfalls der Jugend- und Menschenrechtsarbeit.

    Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Am 7. Januar 2007 wurde Herr Celik festgenommen. Aus Protest ist er am 15. Januar in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.

    Eine anwachsende Kampagne unterstützt ihn und fordert seine sofortige Freilassung.

    Aktuelle Informationen unter www.thecaravan.org

    gez. Martin Link
    Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
    T. 0431-735 000

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