• Presseerklärung

    20.09.2005

    "Abschiebungen von schulpflichtigen Kindern stoppen!"

    Aus Anlass des heutigen Weltkindertages fordert der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein die 
    Kieler Landesregierung auf, die Abschiebung von schulpflichtigen Kindern zu stoppen.

    Immer wieder kommt es im Fall von langjährig geduldeten ausreisepflichtigen Familien bei
    Abschiebungen zu besonderen Härten. Die betroffenen Kinder sind in vielen Fällen in Deutschland aufgewachsen,
    nicht selten hier geboren. Auf eine ausländerrechtlich bedingte Rückkehr in die Heimat ihrer Eltern
    sind sie regelmäßig nicht vorbereitet. Sie sprechen kaum die Muttersprache.
    Die Fortsetzung des Schulbesuchs ist aufgrund der schwierigen sozialen Situation der abgeschobenen
    Familien faktisch nicht möglich.

    Ein Schulabschluss in Deutschland würde die (Re)Integrationschancen der betroffenen Kinder
    im Zielland der Abschiebung spürbar verbessern. Eine abgeschlossene Schulbildung wäre angesichts
    einer bezogen auf humanitäre Härtefälle weiterhin defizitäre Aufenthaltsrechtslage aus
    Sicht des Flüchtlingsrates eine angemessene Mindestausstattung für junge Menschen,
    denen darüber hinaus weitgehend keine echte Rückkehrförderung eingeräumt wird.

    Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein fordert im Bündnis mit über 30 Organisationen und
    Institutionen im Bundesland eine großzügige Bleiberechtsregelung für langjährig Geduldete
    (www.hiergeblieben.info).

    Damit würden auch die bis dato regelmäßigen Dramen, die sich im Falle von Abschiebungen
    von Kindern und Jugendlichen aus ausreisepflichtigen Flüchtlingsfamilien immer wieder abspielen, obsolet.

    Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat bereits 1954 beschlossen, einen Weltkindertag einzurichten.
    In Deutschland fällt dieser Tag jeweils auf den 20. September.

    gez. Martin Link

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