• Presseerklärung

    18.10.2005

    Erfolgversprechender Auftakt der EQUAL-Qualifizierungsprojekte für Flüchtlinge:

      Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen und UNHCR-Vertreter Stefan Berglund würdigen das Engagement der schleswig-holsteinischen EP Land in Sicht!

    Unter Mitwirkung der Vizepräsidentin des Landtages Ingrid Franzen und des Vertreters des Hochkommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen in Deutschland Stefan Berglund (UNHCR) beging die Entwicklungspartnerschaft Land in Sicht! - Berufliche Qualifizierung für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein am 17.Oktober 2005 im Kieler Landeshaus ihren öffentlichen Auftakt.

    Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen würdigte in seinem Grußwort die Initiative von Land in Sicht!: “Neben beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen soll ein Informationspool über Zugänge zur Bildung und zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge entstehen. Und es soll gelingen, dass sich Organisationen im Land interkulturell öffnen. Ein anspruchsvolles Vorhaben und die Partner im Gemeinschaftsprojekt bringen dafür das nötige Know-how und Engagement mit.”

    Die Vizepräsidentin des Landtages Ingrid Franzen betonte in ihrer Begrüßungsrede die besondere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Flüchtlingsfrauen und jugendlichen Flüchtlingen ohne gesicherten Aufenthalt innerhalb des Projektes.

    Wulf Jöhnk, Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes sicherte der Entwicklungspartnerschaft ebenfalls volle Unterstützung zu, stellte aber ausdrücklich fest: ”Voraussetzung für den gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt ist die geforderte Bleiberechtsregelung für die ca. 6000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein, deren Aufenthalt ungesichert ist.”

    Der aus Berlin angereiste Vertreter des Hochkommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) in Deutschland Stefan Berglund, unterstrich diesen Aspekt und  wies in seiner Rede darauf hin, dass die Wirtschaft Unverständnis über den politisch gewollten und durchgesetzten Ausschluss von Flüchtlingen vom Arbeitsmarkt zeige. Andere europäische Länder würden von ihren Migrantinnen und Migranten seit langem profitieren. Deutschland nehme hier leider eine “bleiberechtliche Sparhaltung” ein, so Berglund.  

    Claudia Langholz, Koordinatorin von Land in Sicht!, gab den ca. 70 TeilnehmerInnen der Veranstaltung einen Einblick in die Handlungsfelder dieses Projektes. Über drei Jahre hinweg werden mit einem Gesamtbudget von drei Millionen Euro in acht schleswig-holsteinischen Städten Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung u.a. in den Branchen Kfz, Pflege und Gastronomie für Flüchtlinge mit ungesichertem Bleiberecht durchführt. Darüber hinaus bietet das Projekt Fortbildungen zur interkulturellen Öffnung für MitarbeiterInnen aus Behörden, Beratungseinrichtungen, Betrieben und Bildungsträgern an.

    gez. Claudia Langholz
    Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
    Koordination der Entwicklungspartnerschaft Land in Sicht!
    T. 0431-240 82 80
    eMail: LiS(at)frsh.de

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