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Der Norderstedter "Arbeitskreis Migration" - bestehend aus den Vereinen Norderstedter Ost-West-Integration und
Norderstedt lernt, den Norderstedter Migrationberatungen von Diakonie und AWO, der städtischen Gleichstellungsstelle
und dem Agenda-Büro, sowie die VHS und der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein - hatte eingeladen. Und über 80
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verwaltungen, Parteien, Beratungs-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen,
Migrantenorganisationen und Sozial- oder Sportvereinen genauso wie interessierte Einzelpersonen, sind am Samstag
den 10. November zum "Expertenworkshop Migration & Integration" ins Norderstedter Rathaus gekommen.
Norderstedts Erster Stadtrat und Schirmherr der Veranstaltung Dr. Harald Freter äußerte schon in seiner Begrüßung
mit Blick auf laufende politische Diskussionen die Hoffnung, dass die Tagung erste richtungweisende Schritte hin
zu einem kommunalen Integrationsplan für die Stadt Norderstedt aufzeigen möge.
Dr. Ursula Müller, ehemalige Staatssekretärin in der Landesregierung Schleswig-Holstein, moderierte den
Expertenworkshop. Sie forderte in ihrer Einführung größere Fairness in der gesellschaftlichen Migrationsdebatte,
in der zwar für die Integration hochqualifizierter Zuwanderer geworben würde, doch gleichzeitig Flüchtlinge oder
religiöse migrantische Minderheiten diskriminiert seien. Mit ihrer Frage, "was kann getan werden, um Benachteiligungen
abzubauen und um den von Migrantinnen und Migranten selbst beschrittenen Weg der Einwurzelung zu ebenen?" hatte
Dr. Müller das Anliegen der Veranstaltung auf den Punkt gebracht.
Davon, dass sich anderenorts schon verschiedenartigste Instrumente und Strategien z.B. für Verwaltungs- und
Betriebsabläufe oder für den Bildungs- und Integrationsalltag bewährt haben, konnten sich die TeilnehmerInnen
des Expertenworkshops bei verschiedenen Fachvorträgen überzeugen. Evelyn Jäger, Bereichsleiterin aus dem Kieler
Innenministerium, erläuterte den Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung und seine Relevanz für das Land
und die Kommunen in Schleswig-Holstein. Karsten Lübbe, Projektleiter des Landessportverbands Schleswig-Holstein,
erläuterte Strategien, die Sportvereine erfolgreich zur verbesserten Integration von Menschen mit
Migrationshintergrund umgesetzt haben. Christine Tuschinsky vom Hamburger Bildungsträger Verikom und Robert Gerici
vom DGB-Bildungswerk aus Düsseldorf zeigten die Chancen auf, die für Verwaltungen in der systematischen
Interkulturellen Öffnung oder für Wirtschaftsbetriebe in einer migrationssensiblen Personalentwicklung liegen.
Am Nachmittag teilten sich die TeilnehmerInnen in Arbeitsgruppen auf und diskutierten dort die lokalen Möglichkeiten
einer verbesserten Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Bereichen Arbeit und Ausbildung,
Erziehung und Bildung, Alter und Krankheit sowie im sozialen Alltag im Quartier oder in der Freizeit und im Ehrenamt.
Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich besonders mit der Frage, wie eine nachhaltige Öffnung von Verwaltungen und
sozialen Diensten erfolgreich mit anderen gesellschaftlichen Integrationsfeldern vernetzt werden könne.
Beim Abschlussplenum des Expertenworkshops kam schließlich der Vorschlag zur Abstimmung, ein kommunales
Integrationskonzept für Norderstedt zu entwickeln und der Politik anzutragen. Dieses soll den bestehenden Bedingungen
und Bedarfen der Kommune Norderstedt angepasst und dabei geeignet sein, alle lokalen integrationsrelevanten Bereiche
z.B. in Behörden, politischen oder religiösen Institutionen, in Betrieben, Geschäfts- und Vereinswelt oder in
Bildungs- und Jugendeinrichtungen gut zu vernetzen. Der Vorschlag wurde vom Workshop-Plenum einstimmig angenommen und
der Norderstedter "Arbeitskreis Migration" um Umsetzung gebeten. Veranstalter und TeilnehmerInnen waren sich am Ende
der Tagung darin einig, dass der Expertenworkshop als gelungener Auftakt für die zeitnahe Realisierung eines
kommunalen Integrationskonzeptes für Norderstedt sehr erfolgreich war.
Am Abend schloss der Expertenworkshop mit einer ausverkauften Vorstellung des Theaterstücks "AKWAABA!" in der
Norderstedter TriBühne. Das mehrsprachige Singspiel Hamburger Flüchtlingsfrauen fand ein begeistertes Publikum und
machte das Anliegen einer verbesserten Integration zusätzlich aus künstlerischer Perspektive deutlich.
Die Dokumentation des "Expertenworkshops Migration & Integration" kann hier als pdf-Datei (3 MB) heruntergeladen werden: www.frsh.de
gez. Martin Link, Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
für den "Arbeitskreis Migration Norderstedt"
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