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Integration von MigrantInnen ist eine Bringschuld von Staat und Gesellschaft. Darüber waren sich die etwa 100
TeilnehmerInnen einer Fachtagung zum Thema "Berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten in
Schleswig-Holstein - Möglichkeiten der Anpassungs- und Nachqualifizierung" am Donnerstag in Neumünster einig.
Angesichts des demographischen Wandels und des damit verbundenen FacharbeiterInnenmangels seien Menschen mit
Migrationshintergrund wichtig für die Wirtschaft und das Sozialsystem gleichermaßen. Dem stimmten auch die
anwesenden VertreterInnen des Arbeitsministeriums und der Kammern zu. Weitgehende Einigkeit herrschte auch darüber, dass
das derzeitige duale Ausbildungssystem zu unflexibel ist. Es behindere den Quereinstieg sowohl für Deutsche
als auch für MigrantInnen.
"In Deutschland ist das schriftliche Zeugnis immer noch mehr wert als die praktische
Erfahrung", sagte Astrid Willer vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Der Wissenschaftler der Universität
Oldenburg, Dr. Anwar Hadeed, bestätigte diesen Eindruck. Dadurch würden vorhandene praktische und intellektuelle
Fähigkeiten verschwendet, so Hadeed. Ein Paradigmenwechsel in Deutschland sei deshalb dringend geboten.
Verantwortlich für die bessere Integration sei die Gesellschaft insgesamt, hieß es bei den ExpertInnen. Sie forderten
neue Ideen, um der Problematik gerecht zu werden. Dafür seien nicht zwangsläufig mehr Gelder notwendig. Allerdings sei eine
migrationssensible Ausgestaltung der Arbeitsförderungsinstrumente dringend geraten. Gefordert
seien intelligente Lösungen und pragmatische Wege. Ziel sei es, dass alle Akteure in den
Migrationsfachstellen, den zuständigen Verwaltungen und in der Wirtschaft gemeinsam handeln. Daher
wird das Thema auch zukünftig eine wichtige Aufgabe bleiben, so die VeranstalterInnen.
Eingeladen zu der Veranstaltung, die gestern Abend in Neumünster zu Ende ging, hatten das Diakonische Werk
Schleswig-Holstein, der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein sowie der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und
Zuwanderungsfragen des Landes und die Kieler Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für MigrantInnnen, ZBBS e.V.
gez. Astrid Willer, Projekt access, T. 0431-20 50 95 24, access@frsh.de
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