Situation der Kinderflüchtlinge



Immer wieder gelangen Kinderflüchtlinge ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland. Sie kommen aus den Krisengebieten unsere Welt, z.B. aus Afghanistan, Irak, Iran, Palästina, Tschetschenien oder auch aus afrikanischen Ländern .

Die Minderjährigen haben ihre Familien aus einer bedrohlichen Zwangslage heraus verlassen. Sie suchen Schutz vor Krieg oder Bürgerkrieg, vor Menschenrechtsverletzungen wie z.B. Geiselnahme als eine von vielen politischen Repressionen gegen ihre Eltern.
Sie fliehen vor Zwangsrekrutierung als Kindersoldaten.
Andere flüchten allein, weil sie ihre Eltern im Herkunftsland oder während eines lang andauernden Fluchtweges der Familie über mehrere Stationen verloren haben.
Einige kommen auch ohne eigenen Entschluss, sondern auf Beschluss der Familie nach Deutschland und zwar in deren guten Glauben, dass ihre Kinder hier eine Zuflucht und eine Zukunft finden.
Die Jugendlichen selber haben ihr Herkunftsland meistens mit ungeklärter Perspektive für ihr Leben verlassen. Viele kennen bisher nur Armut und Angst. Schulen konnten oft nur kurz oder unregelmäßig besucht werden, häufig wurden sie aus Kriegsgründen geschlossen. Manche dieser Jugendlichen lebten zeitweise auf der Straße, einige waren Kindersoldaten.

Man nimmt an, dass etwa 5% aller Asylsuchenden in Westeuropa unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind. Laut einem Bericht des Programms „Separated Children in Europe“ halten sich rund 50.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Europa auf.

Zunehmend werden Minderjährige Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung oder einer anderen Form von Ausbeutung. Sie sind völlig unzureichenden Lebensbedingungen ausgesetzt.
Alle diese Kinder und Jugendlichen haben jedoch aufgrund einer Vielzahl internationaler Abkommen und nationaler Rechtsvorschriften Anspruch auf besondere Schutzmaßnahmen, die ihnen aber in vielen europäischen Staaten, auch in Deutschland, nicht immer ausreichend gewährt werden.

Kinder und Jugendliche sind allein nicht in der Lage, das Erlebte zu begreifen und zu verarbeiten. Sie brauchen besonderen Schutz, eine geeignete Hilfe und Betreuung sowie das Gefühl, willkommen zu sein und angenommen zu werden. Sie brauchen Menschen, die zu ihnen stehen und ihre Interessen vertreten. Erst dann haben sie tatsächlich eine Chance auf eine positive Entwicklung und Zukunft.
Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist deshalb die Bestellung von Vormündern.